Strategie und Planung

    Employee Experience und Arbeitgebermarke

    Von Redaktion techport.ai, HR-Beratung · Zuletzt aktualisiert am

    Die Karriereseite zeigt helle Büros, flache Hierarchien und ein Team, das sich duzt. Der erste Arbeitstag zeigt einen Laptop, der nicht da ist, eine Führungskraft im Urlaub und ein Onboarding, das aus einem Ordner besteht. Die Differenz zwischen beidem ist keine Kommunikationsfrage. Sie ist ein Gestaltungsproblem.

    Employee Experience heißt, die wichtigsten Momente im Arbeitsleben bewusst zu entwerfen: Bewerbung, Zusage, erster Tag, erstes Feedback, Beförderung, Elternzeit, Rückkehr, Abschied. Die Arbeitgebermarke ist das Versprechen. Die Experience ist, ob es eingelöst wird.

    Woran Sie es merken

    • Bewertungen auf Arbeitgeberportalen loben die Kolleginnen und kritisieren die Prozesse.
    • Die Kündigungen häufen sich im ersten Jahr und um Elternzeiten herum.
    • Es gibt ein Leitbild, aber niemand kann sagen, wie es sich im Urlaubsantrag zeigt.
    • Mitarbeiterbefragungen ergeben jedes Jahr dieselben drei Baustellen.

    Warum das passiert

    Die meisten Momente, die Mitarbeitende prägen, sind Prozesse: Vertragsversand, Geräteausgabe, Feedbackgespräch, Rückkehrgespräch. Diese Prozesse gehören verschiedenen Abteilungen, laufen in verschiedenen Systemen und wurden nie als zusammenhängendes Erlebnis betrachtet. HR sieht seinen Teil, IT seinen, die Führungskraft ihren. Niemand sieht, was bei der Person ankommt.

    So gehen wir vor

    1. Momente auswählen. Wir identifizieren mit Ihnen die acht bis zwölf Momente, die über Bleiben oder Gehen entscheiden. Dafür nutzen wir Austrittsgründe, Befragungsdaten und Gespräche mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen.
    2. Ist-Erlebnis aufnehmen. Für jeden Moment zeichnen wir auf, was tatsächlich passiert: welche Schritte, welche Systeme, welche Wartezeiten, welche Absender. Das Ergebnis ist meist ernüchternd und sehr konkret.
    3. Soll-Erlebnis gestalten. Wir entwerfen den Moment neu, legen Verantwortliche, Zeitfenster und Systemunterstützung fest und prüfen, ob das Versprechen der Arbeitgebermarke darin vorkommt.
    4. Messen. Jeder gestaltete Moment bekommt eine kurze Rückmeldung der Betroffenen, automatisiert aus dem HR-System. So sehen Sie, ob die Gestaltung wirkt, bevor die nächste Jahresbefragung kommt.

    Was Sie davon haben

    • Die Arbeitgebermarke wird glaubwürdig, weil sie mit dem Alltag übereinstimmt.
    • Frühfluktuation sinkt, weil die ersten Monate nicht mehr dem Zufall überlassen sind.
    • HR, IT und Führungskräfte arbeiten an denselben Momenten statt an getrennten Prozessen.

    Aus unseren Projekten

    Wenn wir mit Unternehmen die Ist-Erlebnisse aufnehmen, ist der erste Arbeitstag fast immer der Moment mit der größten Lücke zwischen Versprechen und Wirklichkeit, und fast immer liegt die Ursache in Medienbrüchen zwischen HR und IT, nicht in fehlender Mühe. Die zweite Beobachtung: Rückmeldungen zu einzelnen Momenten, automatisiert nach zwei Wochen, liefern mehr verwertbare Hinweise als jede Jahresbefragung.

    Häufige Fragen

    Ist das nicht nur ein neues Wort für Mitarbeiterzufriedenheit?

    Zufriedenheit ist das Ergebnis. Experience ist die Gestaltung der Abläufe, die zu diesem Ergebnis führen. Der Unterschied zeigt sich in der Arbeit: Zufriedenheit wird gemessen, Experience wird gebaut.

    Welche Rolle spielt die Software dabei?

    Eine große. Viele schlechte Momente entstehen durch Medienbrüche: Der Vertrag kommt per Post, die Geräte werden per Mail bestellt, das Feedback steht in einer Excel-Datei. Ein durchgängiger Prozess im HR-System nimmt die Reibung heraus, die Mitarbeitende als Desinteresse erleben.

    Sprechen wir über Employee Experience und Arbeitgebermarke

    Im Erstgespräch klären wir in dreißig Minuten, wo bei Ihnen der größte Hebel liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.

    Weiterführend

    Zurück zum Feld Strategie und Planung