Dokumente und Archivierung
Von Redaktion techport.ai, IT-Beratung · Zuletzt aktualisiert am
Dokumente liegen in mittelständischen Unternehmen an mehr Orten als Daten: auf Netzlaufwerken, in Postfächern, in einem Cloud-Speicher, im ERP, in Papierordnern und auf einzelnen Rechnern. Solange die Personen im Haus sind, die wissen, wo etwas liegt, funktioniert das. Es funktioniert nicht mehr bei einer Betriebsprüfung, bei einem Rechtsstreit, bei einer Zertifizierung oder wenn ein KI-Assistent auf diesen Bestand zugreifen soll.
Dokumentenmanagement ist zuerst eine Ordnungsfrage und erst danach eine Softwarefrage. Die beste Lösung scheitert an einer Ablagestruktur, die niemand versteht.
Woran Sie es merken
- Dieselbe Datei existiert in mehreren Versionen an verschiedenen Orten, und keine ist erkennbar die gültige.
- Bei einer Prüfung dauert das Zusammenstellen der Unterlagen Tage.
- Niemand weiß, welche Unterlagen wie lange aufbewahrt werden müssen und welche gelöscht werden dürfen.
- Wichtige Dokumente liegen im persönlichen Postfach einer Person.
Warum das passiert
Ablagestrukturen wachsen entlang von Abteilungen und Projekten, weil das der Perspektive der Person entspricht, die ablegt. Wer später sucht, sucht aber entlang von Vorgängen: nach einem Kunden, einem Auftrag, einem Gerät. Diese beiden Sichten passen nicht zusammen, und ohne Suchfunktion über Inhalte bleibt nur der Weg über Ordnerstrukturen. Dazu kommt, dass Aufbewahrungsfristen selten bekannt sind, weshalb im Zweifel alles aufgehoben wird, was die Suche weiter erschwert.
So gehen wir vor
- Bestand und Pflichten klären. Wir erheben, welche Dokumentarten es gibt, wo sie liegen und welche davon Aufbewahrungspflichten unterliegen. Diese Klärung erfolgt zusammen mit Ihrer Steuerberatung und, wo nötig, mit Ihrer Rechtsberatung.
- Struktur nach Vorgängen bauen. Wir legen eine Ablage an, die dem Geschäftsvorgang folgt statt der Aufbauorganisation, mit wenigen Ebenen, einheitlicher Benennung und Suchbarkeit über Inhalte statt über Pfade.
- Fristen und Löschung umsetzen. Wir setzen Aufbewahrungsfristen technisch um, mit unveränderbarer Ablage für die Unterlagen, die es erfordern, und einem geregelten Löschverfahren für alles, was gelöscht werden darf oder muss.
- Verfahren dokumentieren. Wir erstellen die Verfahrensdokumentation, die beschreibt, wie Belege entstehen, erfasst, verarbeitet und aufbewahrt werden. Sie ist bei einer Prüfung der Nachweis dafür, dass Ihr Verfahren ordnungsgemäß ist.
Was Sie davon haben
- Unterlagen, die in Minuten auffindbar sind statt in Tagen.
- Nachweise, die bei Prüfungen Bestand haben.
- Eine Grundlage, auf der Suche und KI-Assistenten sinnvolle Ergebnisse liefern.
Aus unseren Projekten
Der häufigste Fehler bei der Einführung eines Dokumentensystems ist die Übernahme der alten Ordnerstruktur in das neue Werkzeug. Damit wandert das Problem mit, und der einzige Unterschied ist die Lizenzgebühr. Wir beginnen deshalb mit fünf typischen Suchanfragen aus dem Alltag und prüfen die geplante Struktur daran. Der zweite regelmäßige Befund betrifft E-Mail-Postfächer: In vielen Unternehmen sind sie faktisch das Archiv für Geschäftskorrespondenz, ohne dass jemand das entschieden hätte. Das ist sowohl ein Aufbewahrungs- als auch ein Verfügbarkeitsrisiko, weil der Zugriff an eine Person gebunden ist.
Gut zu wissen
Aufbewahrungsfristen ergeben sich aus Handels- und Steuerrecht. Buchungsbelege und Rechnungen sind seit dem Bürokratieentlastungsgesetz IV in der Regel acht Jahre aufzubewahren, Handelsbücher, Inventare, Jahresabschlüsse und die zugehörigen Arbeitsanweisungen und Organisationsunterlagen zehn Jahre, sonstige Geschäftsbriefe sechs Jahre. Elektronische Unterlagen müssen während der gesamten Frist lesbar und maschinell auswertbar bleiben, und der Weg vom Eingang bis zur Archivierung muss nachvollziehbar sein. Genau das leistet die Verfahrensdokumentation. Sie fehlt in vielen mittelständischen Unternehmen und wird bei Prüfungen regelmäßig verlangt.
Häufige Fragen
Dürfen wir Papierbelege nach dem Einscannen vernichten?
Grundsätzlich ja, wenn das ersetzende Scannen ordnungsgemäß erfolgt und in der Verfahrensdokumentation beschrieben ist, einschließlich Vorgehen, Kontrolle und Berechtigungen. Für einzelne Unterlagen gelten Ausnahmen, insbesondere dort, wo das Original rechtlich gefordert ist. Diese Abgrenzung sollten Sie mit Ihrer Steuerberatung schriftlich klären, bevor Sie Papier vernichten.
Brauchen wir ein eigenes Dokumentensystem?
Nicht zwingend. Für viele Unternehmen ist der erste Schritt eine geordnete Ablage mit Suchfunktion und geregelten Berechtigungen. Ein eigenes System lohnt sich, wenn Sie hohe Belegmengen haben, wenn Freigabeabläufe abgebildet werden sollen oder wenn Sie unveränderbare Archivierung mit Nachweis benötigen.
Sprechen wir über Dokumente und Archivierung
Im Erstgespräch klären wir in dreißig Minuten, wo bei Ihnen der größte Hebel liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.
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