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    IT-Glossar

    Von Redaktion techport.ai, IT-Beratung · Zuletzt aktualisiert am

    Begriffe aus IT-Projekten, Anbietergesprächen und Regulierung, kurz und ohne Fachjargon erklärt. Wo es eine passende Seite bei uns gibt, ist sie verlinkt.

    A

    Anwendungslandschaft
    Die Gesamtheit aller Anwendungen eines Unternehmens mit ihren Beziehungen untereinander. Eine dokumentierte Landschaft beantwortet, welches System welchen Prozess trägt, wo Daten entstehen und was ausläuft. Mehr dazu
    Auftragsverarbeitung
    Verarbeitung personenbezogener Daten durch einen Dienstleister im Auftrag und nach Weisung des Unternehmens. Erfordert einen Vertrag nach Artikel 28 DSGVO. Die Verantwortung bleibt beim beauftragenden Unternehmen.

    B

    Backup
    Sicherungskopie von Daten und Systemen zum Zweck der Wiederherstellung. Nicht zu verwechseln mit Archivierung, die der Aufbewahrung über gesetzliche Fristen dient. Mehr dazu
    Barrierefreiheit
    Gestaltung digitaler Angebote so, dass sie auch von Menschen mit Behinderungen genutzt werden können, etwa per Tastatur oder mit einem Screenreader. Für viele Angebote seit 2025 gesetzlich verpflichtend. Mehr dazu
    Berechtigungskonzept
    Festlegung, welche Rolle auf welche Systeme und Daten zugreifen darf und warum. Grundlage für Vergabe, Entzug und regelmäßige Prüfung von Zugriffsrechten. Mehr dazu
    Betriebskosten
    Laufende Kosten für den Erhalt bestehender Systeme, im Gegensatz zu Investitionen in Veränderung. Das Verhältnis beider Größen zeigt den Handlungsspielraum der IT. Mehr dazu
    Business Continuity Management
    Planung und Vorsorge, um kritische Geschäftsprozesse bei Störungen aufrechtzuerhalten oder schnell wieder aufzunehmen. Umfasst mehr als Technik, insbesondere Ersatzverfahren und Kommunikation. Mehr dazu

    C

    Change-Management
    Zwei Bedeutungen. In der Organisation: die Begleitung von Menschen durch eine Veränderung. Im IT-Betrieb: das geregelte Verfahren für Änderungen an produktiven Systemen. Mehr dazu
    Cloud
    Nutzung von IT-Leistungen über das Netz statt aus dem eigenen Rechenzentrum, abgerechnet nach Nutzung oder Abonnement. Die Entscheidung dafür oder dagegen fällt sinnvollerweise je System. Mehr dazu
    CRM
    System zur Verwaltung von Kundenbeziehungen, Kontakten, Aktivitäten und Verkaufschancen. Häufig zweitgrößtes System nach dem ERP.
    Cyber Resilience Act
    EU-Verordnung mit Cybersicherheitsanforderungen an Produkte mit digitalen Elementen über den gesamten Lebenszyklus. Betrifft Hersteller, Importeure und Händler, mit Meldepflichten ab September 2026.

    D

    Data Act
    EU-Verordnung über den fairen Zugang zu Daten und deren Nutzung, seit September 2025 anwendbar. Für Anwender vor allem wegen der Regeln zum Wechsel des Cloud-Anbieters relevant.
    Datenmigration
    Übernahme von Daten aus einem alten in ein neues System. Umfasst Analyse, Bereinigung, Umsetzungsregeln, Testläufe und einen dokumentierten Abgleich nach der Übernahme. Mehr dazu
    Datenschutz-Folgenabschätzung
    Vorab durchzuführende Bewertung von Verarbeitungen, die voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte betroffener Personen bergen. Vorgesehen in Artikel 35 DSGVO.
    DORA
    EU-Verordnung über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor, anwendbar seit Januar 2025. Stellt Anforderungen an IT-Risikomanagement, Vorfallmeldung, Tests und die Steuerung von Dienstleistern.
    DSGVO
    Datenschutz-Grundverordnung der EU. Regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten, unter anderem Rechtsgrundlagen, Betroffenenrechte, Dokumentation und technische Sicherheitsmaßnahmen. Mehr dazu

    E

    E-Rechnung
    Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format nach der Norm EN 16931, das automatisch verarbeitet werden kann. Ein PDF ohne strukturierte Daten ist keine E-Rechnung. Mehr dazu
    EN 16931
    Europäische Norm für das semantische Datenmodell der elektronischen Rechnung. In Deutschland vor allem durch XRechnung und ZUGFeRD umgesetzt.
    ERP
    System zur Steuerung der zentralen Geschäftsprozesse, typischerweise Auftrag, Einkauf, Lager, Produktion und Rechnungswesen. In den meisten Unternehmen das System, an dem alles hängt. Mehr dazu

    I

    Individualsoftware
    Software, die speziell für ein Unternehmen entwickelt wurde. Sinnvoll für Prozesse, die das Geschäft unterscheidbar machen, riskant, wenn sie von einer einzelnen Person abhängt. Mehr dazu
    Integration
    Verbindung von Systemen, sodass Daten ohne manuelle Übertragung fließen. Setzt voraus, dass je Datenobjekt festgelegt ist, welches System führend ist. Mehr dazu
    ISMS
    Managementsystem für Informationssicherheit. Verbindet Risikobewertung, Maßnahmen, Richtlinien und regelmäßige Wirksamkeitsprüfung zu einem geschlossenen Kreislauf. Mehr dazu
    ISO 27001
    International anerkannte Norm für Managementsysteme der Informationssicherheit. Eine Zertifizierung wird von Kunden häufig als Nachweis verlangt.
    IT-Grundschutz
    Vorgehensweise des BSI zum Aufbau von Informationssicherheit, mit konkreten Anforderungen je Themenbereich und abgestuften Ausbaustufen von der Basis-Absicherung aufwärts.

    K

    KI-Verordnung
    Verordnung der EU über künstliche Intelligenz, auch AI Act genannt. Ordnet KI-Systeme nach Risiko ein und knüpft daran abgestufte Pflichten für Anbieter und Betreiber. Mehr dazu
    Kritikalität
    Bedeutung eines Systems oder Prozesses für das Geschäft, gemessen an der Auswirkung eines Ausfalls. Grundlage für Prioritäten in Betrieb, Sicherung und Notfallplanung.

    L

    Lastenheft
    Beschreibung der Anforderungen aus Sicht des Auftraggebers. Das Pflichtenheft ist die Antwort des Anbieters darauf, wie er sie umsetzen will. Mehr dazu
    Legacy-System
    Altsystem, das noch produktiv genutzt wird, aber technisch veraltet ist, oft ohne Herstellerunterstützung und mit Wissen, das nur wenige Personen haben. Mehr dazu
    Lizenzaudit
    Prüfung durch einen Softwarehersteller, ob die Nutzung seiner Produkte den erworbenen Lizenzen entspricht. Nachforderungen entstehen häufig durch indirekte Nutzung über Schnittstellen. Mehr dazu
    Low-Code
    Werkzeuge, mit denen Anwendungen und Abläufe weitgehend ohne Programmierung erstellt werden. Nützlich für einfache Automatisierung, braucht dieselben Regeln wie Software. Mehr dazu

    M

    Managed Service
    Auslagerung des Betriebs einer IT-Leistung an einen Dienstleister mit vereinbartem Leistungsumfang. Die Steuerung des Dienstleisters bleibt Aufgabe des Unternehmens. Mehr dazu
    MDM
    Verwaltung mobiler Endgeräte, mit der Geräte eingerichtet, mit Software versorgt, abgesichert und im Verlustfall gesperrt oder gelöscht werden können. Mehr dazu
    Mehrfaktor-Anmeldung
    Anmeldung mit mindestens zwei unabhängigen Nachweisen, etwa Passwort und Bestätigung auf dem Telefon. Wirksamste Einzelmaßnahme gegen erbeutete Zugangsdaten. Mehr dazu
    Monitoring
    Laufende Überwachung von Systemen und Abläufen mit dem Ziel, Störungen zu erkennen, bevor Anwender sie bemerken. Nur wirksam, wenn Alarme an handelnde Personen gehen. Mehr dazu

    N

    NIS2
    EU-Richtlinie zur Cybersicherheit, in Deutschland durch das NIS2-Umsetzungsgesetz und das neue BSI-Gesetz umgesetzt. Verpflichtet betroffene Unternehmen zu Risikomanagement, Meldungen und Registrierung. Mehr dazu
    Notfallplan
    Dokument, das im Ernstfall Alarmierung, Rollen, Entscheidungswege, Reihenfolge des Wiederanlaufs und Ersatzverfahren beschreibt. Muss auch verfügbar sein, wenn die IT ausgefallen ist. Mehr dazu

    O

    On-Premises
    Betrieb von Systemen auf eigener Hardware in eigenen Räumen, im Gegensatz zum Betrieb in der Cloud oder beim Dienstleister.

    P

    Patch
    Korrektur oder Aktualisierung einer Software, häufig zur Behebung von Sicherheitslücken. Die Zeit bis zum Einspielen ist eine der aussagekräftigsten Sicherheitskennzahlen.
    Phishing
    Versuch, über gefälschte Nachrichten an Zugangsdaten zu gelangen oder Schadsoftware zu verbreiten. Häufigster Einstiegsweg in Unternehmensnetze. Mehr dazu
    Projektportfolio
    Gesamtheit aller Vorhaben mit ihrer Bewertung und Reihenfolge. Ein Portfolio entscheidet vor allem darüber, was gerade nicht gemacht wird. Mehr dazu

    R

    Ransomware
    Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert. Häufigster schwerer Sicherheitsvorfall, gegen den vor allem getrennte, nicht überschreibbare Sicherungen helfen.
    Rollout
    Einführung eines Systems oder einer Änderung in der Breite, einschließlich Schulung, Kommunikation und Betreuung nach dem Start. Mehr dazu
    RPO
    Zulässiger Datenverlust, ausgedrückt als Zeitspanne zwischen der letzten nutzbaren Sicherung und dem Ausfall. Bestimmt die notwendige Häufigkeit der Sicherung.
    RTO
    Zulässige Zeitspanne bis zur Wiederherstellung eines Systems nach einem Ausfall. Bestimmt zusammen mit dem RPO die Anforderungen an Technik und Vorsorge.

    S

    Schatten-IT
    Software und Dienste, die ohne Kenntnis der IT beschafft und genutzt werden. Meist die Folge eines zu langsamen offiziellen Wegs, nicht von Regelverstößen. Mehr dazu
    Schnittstelle
    Definierte Verbindung, über die zwei Systeme Daten austauschen. Braucht Dokumentation, Fehlerbehandlung und Überwachung wie jede andere Komponente. Mehr dazu
    Service-Desk
    Zentrale Anlaufstelle für Störungen und Anfragen der Anwender, mit Erfassung, Priorisierung und Auswertung. Grundlage dafür, Ursachen statt Symptome zu beheben. Mehr dazu
    Single Sign-on
    Anmeldeverfahren, mit dem Nutzer sich einmal anmelden und danach mehrere Systeme nutzen können. Erhöht Komfort und erleichtert das zentrale Sperren von Zugängen.
    SLA
    Vereinbarung über den Umfang und die Qualität einer Leistung, etwa Verfügbarkeit sowie Reaktions- und Wiederherstellungszeiten. Ohne Messung bleibt sie folgenlos.
    Software-Stückliste
    Verzeichnis aller in einem Produkt enthaltenen Softwarebestandteile einschließlich Bausteinen aus offenen Quellen. Voraussetzung dafür, Schwachstellen schnell zuordnen zu können.
    Stammdaten
    Dauerhaft genutzte Grunddaten wie Kunden, Lieferanten, Artikel und Preise, im Gegensatz zu Bewegungsdaten wie Aufträgen und Buchungen. Mehr dazu
    Systemeigentümer
    Person im Fachbereich, die inhaltlich für ein System verantwortlich ist, während die IT den technischen Betrieb verantwortet. Ohne diese Rolle entscheidet die IT über fachliche Fragen. Mehr dazu

    T

    TISAX
    Prüf- und Austauschverfahren für Informationssicherheit in der Automobilbranche, auf Basis der Anforderungen des Verbands der Automobilindustrie. Von Herstellern regelmäßig verlangt.

    V

    Verfahrensdokumentation
    Beschreibung, wie steuerlich relevante Belege entstehen, erfasst, verarbeitet und aufbewahrt werden. Bei Betriebsprüfungen der Nachweis für ein ordnungsgemäßes Verfahren. Mehr dazu
    Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten
    Übersicht aller Verarbeitungen personenbezogener Daten mit Zweck, Kategorien, Empfängern und Fristen. Pflicht nach Artikel 30 DSGVO und aktuell zu halten.

    W

    Wiederanlauf
    Geordnetes Hochfahren der Systeme nach einem Ausfall, in einer festgelegten Reihenfolge. Die dafür benötigte Zeit sollte gemessen und nicht geschätzt werden. Mehr dazu

    X

    XRechnung
    In Deutschland verbreitetes Format für die elektronische Rechnung als reine Datendatei. Von öffentlichen Auftraggebern verlangt.

    Z

    Zero Trust
    Sicherheitsansatz, bei dem kein Zugriff allein deshalb als vertrauenswürdig gilt, weil er aus dem internen Netz kommt. Jeder Zugriff wird geprüft und auf das Nötige begrenzt.
    ZUGFeRD
    Format für die elektronische Rechnung, das eine strukturierte Datei und eine lesbare Darstellung in einer PDF-Datei kombiniert. Praktisch bei gemischten Empfängerkreisen.