Architektur und Anwendungen

    Schnittstellen und Integration

    Von Redaktion techport.ai, IT-Beratung · Zuletzt aktualisiert am

    Schnittstellen sind die unsichtbarste und zugleich empfindlichste Stelle einer IT-Landschaft. Sie werden gebaut, wenn zwei Systeme Daten austauschen sollen, sie laufen jahrelang unauffällig, und sie fallen erst auf, wenn sie stehen bleiben. Dann stellt sich heraus, dass niemand weiß, was genau übertragen wird, in welcher Reihenfolge und was passiert, wenn ein Datensatz nicht ankommt.

    Integration ist kein technisches Detail, sondern eine Entscheidung über Datenhoheit. Welches System führt welche Information, wer darf sie ändern, und was gilt im Konfliktfall. Wer diese Fragen beantwortet, braucht weniger Schnittstellen und bekommt bessere.

    Woran Sie es merken

    • Dieselbe Information wird in zwei Systemen gepflegt, und regelmäßig weichen die Stände voneinander ab.
    • Es gibt eine nächtliche Übertragung, und wenn sie fehlschlägt, merkt es am nächsten Morgen ein Sachbearbeiter.
    • Schnittstellen wurden von Personen gebaut, die nicht mehr im Unternehmen sind.
    • Bei jedem Systemwechsel kommt die Frage auf, wie viele Schnittstellen betroffen sind, und niemand kennt die Antwort.

    Warum das passiert

    Schnittstellen entstehen unter Zeitdruck am Ende von Projekten. Das Budget ist verbraucht, das Ziel ist, dass Daten fließen, und die schnellste Lösung gewinnt. Dokumentation, Fehlerbehandlung und Überwachung wirken in diesem Moment wie Luxus. Danach fasst sie niemand mehr an, weil sie ja läuft. Erst Jahre später, wenn eines der beiden Systeme ersetzt wird oder ein Fehler auftritt, zeigt sich, wie viel Wissen in dieser einen Verbindung steckt.

    So gehen wir vor

    1. Datenflüsse aufnehmen. Wir erfassen, welche Daten zwischen welchen Systemen fließen, in welche Richtung, wie oft, in welcher Technik und wer sie gebaut hat. Diese Übersicht ist meist bereits erhellend, weil sie Kreisläufe und doppelte Wege sichtbar macht.
    2. Führung je Datenobjekt festlegen. Wir bestimmen für Kunden, Artikel, Preise, Mitarbeitende und andere zentrale Objekte, welches System führend ist und welche nur lesen. Diese Festlegung reduziert die Zahl notwendiger Schnittstellen oft deutlich, weil bidirektionale Verbindungen entfallen.
    3. Technik und Betrieb standardisieren. Wir legen fest, wie neue Verbindungen umgesetzt werden, wie Fehler behandelt und protokolliert werden und wie eine Übertragung wiederholt werden kann. Wo die Zahl der Verbindungen es rechtfertigt, prüfen wir eine zentrale Integrationsplattform.
    4. Überwachen und dokumentieren. Wir richten eine Überwachung ein, die einen Ausfall meldet, bevor ein Anwender ihn bemerkt, und dokumentieren je Verbindung Zweck, Felder, Zeitplan, Ansprechpartner und Verhalten im Fehlerfall auf einer Seite.

    Was Sie davon haben

    • Weniger widersprüchliche Daten, weil klar ist, welches System recht hat.
    • Ausfälle, die auffallen, bevor sie im Fachbereich ankommen.
    • Systemwechsel, die planbar werden, weil Abhängigkeiten bekannt sind.

    Aus unseren Projekten

    Bei der Aufnahme von Datenflüssen finden wir regelmäßig Verbindungen, die niemand mehr braucht, aber die weiterlaufen und Daten überschreiben. Ein wiederkehrendes Muster ist die stille Rückrichtung: Eine Schnittstelle wurde ursprünglich in beide Richtungen gebaut, fachlich ist inzwischen nur eine Richtung gewollt, die andere läuft weiter und erzeugt genau die Abweichungen, die man seit Jahren manuell korrigiert. Das zweite Muster betrifft Fehlerbehandlung: In den meisten gewachsenen Verbindungen gibt es keine, fehlgeschlagene Übertragungen verschwinden ohne Meldung. Beide Befunde sind mit überschaubarem Aufwand zu beheben, sobald sie sichtbar sind.

    Häufige Fragen

    Brauchen wir eine Integrationsplattform?

    Ab etwa zehn bis fünfzehn produktiven Verbindungen lohnt sich die Prüfung, vorher selten. Der Nutzen liegt weniger in der Technik als in der Vereinheitlichung: eine Stelle für Überwachung, Protokollierung und Wiederholung. Der Nachteil ist eine zusätzliche Komponente, die betrieben und beherrscht werden muss. Wer nur fünf Verbindungen hat, ist mit sauberen Einzellösungen besser bedient.

    Sollen wir Standardschnittstellen des Herstellers nutzen oder eigene bauen?

    Standard, wo immer er die fachliche Anforderung abdeckt, auch wenn er auf den ersten Blick unbequem ist. Eigene Verbindungen entstehen typischerweise, um eine kleine Abweichung abzubilden, und sie kosten bei jedem Versionswechsel des Systems erneut. Wenn eine eigene Lösung nötig ist, gehört sie dokumentiert und getestet wie eine eigene Anwendung.

    Sprechen wir über Schnittstellen und Integration

    Im Erstgespräch klären wir in dreißig Minuten, wo bei Ihnen der größte Hebel liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.

    Weiterführend

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