Entwickeln und beschaffen

    Prozesse automatisieren mit Low-Code

    Von Redaktion techport.ai, IT-Beratung · Zuletzt aktualisiert am

    In jedem mittelständischen Unternehmen gibt es Tätigkeiten, die jede Woche wiederkehren, mehrere Stunden kosten und aus dem Kopieren von Daten zwischen zwei Systemen bestehen. Sie stehen in keinem Projektplan, weil sie einzeln zu klein sind. In Summe binden sie mehr Arbeitszeit als die meisten Projekte einsparen.

    Low-Code-Werkzeuge und Automatisierungsplattformen machen es möglich, solche Abläufe ohne klassisches Entwicklungsprojekt zu lösen. Das ist ein echter Fortschritt und zugleich der schnellste Weg in eine neue unwartbare Landschaft, wenn niemand Regeln setzt.

    Woran Sie es merken

    • Mitarbeitende übertragen regelmäßig Daten von Hand aus einem System in ein anderes.
    • Es gibt Excel-Dateien mit Makros, die geschäftskritisch sind und die niemand mehr ändern kann.
    • Einzelne Bereiche haben bereits Automatisierungen gebaut, die IT erfährt davon zufällig.
    • Nach einem Personalwechsel bleibt eine Automatisierung stehen, und niemand weiß, was sie tat.

    Warum das passiert

    Automatisierungsbedarf entsteht dort, wo Systeme nicht miteinander verbunden sind, und diese Lücken liegen fast immer an den Rändern zwischen Abteilungen. Für die IT ist jede einzelne Lücke zu klein, um ein Projekt zu rechtfertigen, für den Fachbereich zu groß, um sie zu ignorieren. Also entstehen Lösungen im Verborgenen, mit den Mitteln, die zur Hand sind. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern eine vernünftige Reaktion auf eine Lücke im Angebot.

    So gehen wir vor

    1. Kandidaten finden und rechnen. Wir sammeln wiederkehrende manuelle Tätigkeiten und bewerten sie nach Häufigkeit, Zeitaufwand, Fehleranfälligkeit und Stabilität des zugrunde liegenden Prozesses. Automatisiert wird, was oft vorkommt und sich nicht ständig ändert, nicht das, was am meisten stört.
    2. Passendes Mittel wählen. Wir prüfen in dieser Reihenfolge: Kann das Quellsystem es selbst, gibt es eine Standardschnittstelle, reicht ein Automatisierungswerkzeug, braucht es Entwicklung. Der erste Treffer gewinnt. Automatisierung ist die zweitbeste Lösung, wenn ein Prozess auch entfallen könnte.
    3. Regeln setzen. Wir legen fest, welche Werkzeuge zugelassen sind, wer bauen darf, welche Daten verarbeitet werden dürfen, wo Automatisierungen registriert werden und wer sie im Fehlerfall betreut. Ohne benannten Eigentümer wird jede Automatisierung nach zwei Jahren zum Rätsel.
    4. Betreiben wie ein System. Wir sorgen für Überwachung, Benachrichtigung bei Fehlern, Dokumentation auf einer Seite und eine Prüfung, wenn sich ein beteiligtes System ändert. Automatisierungen sind Software, auch wenn sie ohne Programmierung entstanden sind.

    Was Sie davon haben

    • Spürbar weniger manuelle Übertragungsarbeit an den Schnittstellen zwischen Abteilungen.
    • Automatisierungen, die auch nach einem Personalwechsel weiterlaufen.
    • Fachbereiche, die eigene Lösungen bauen dürfen, ohne dass daraus ein Risiko wird.

    Aus unseren Projekten

    Wenn wir manuelle Tätigkeiten aufnehmen, ist der Zeitaufwand fast immer höher als geschätzt, weil die Nacharbeit bei Fehlern nicht mitgezählt wird. Gleichzeitig sind nicht alle Kandidaten geeignet: Abläufe, die sich alle paar Monate ändern, kosten in der Pflege mehr, als sie einsparen. Wir empfehlen deshalb, mit zwei bis drei stabilen, häufigen Abläufen zu beginnen und den Erfolg zu messen, bevor eine Plattform breit ausgerollt wird. Der zweite Befund: Wo Fachbereiche bereits selbst automatisiert haben, ist die fachliche Qualität meist gut und die technische Absicherung schlecht. Diese Lösungen zu übernehmen und abzusichern ist günstiger, als sie zu verbieten und neu zu bauen.

    Häufige Fragen

    Ersetzt Low-Code unsere Entwickler?

    Nein, es verschiebt die Grenze. Einfache Abläufe, Formulare und Verbindungen zwischen Standardsystemen lassen sich ohne Entwicklung lösen. Alles mit komplexer Fachlogik, hohen Mengen oder besonderen Anforderungen an Antwortzeiten bleibt Entwicklungsarbeit. Der Nutzen liegt darin, dass die Entwicklungskapazität für die Fälle frei wird, in denen sie wirklich gebraucht wird.

    Wie verhindern wir, dass eine unübersichtliche Landschaft aus Automatisierungen entsteht?

    Durch ein Verzeichnis und einen Eigentümer je Automatisierung, durch eine Freigabe für alles, was personenbezogene oder geschäftskritische Daten verarbeitet, und durch eine jährliche Durchsicht, in der Ungenutztes abgeschaltet wird. Das ist wenig Aufwand, wenn man es von Anfang an macht, und viel Aufwand, wenn man es nachholt.

    Sprechen wir über Prozesse automatisieren mit Low-Code

    Im Erstgespräch klären wir in dreißig Minuten, wo bei Ihnen der größte Hebel liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.

    Weiterführend

    Zurück zum Feld Entwickeln und beschaffen