IT-Projekte, die liefern
Von Redaktion techport.ai, IT-Beratung · Zuletzt aktualisiert am
IT-Projekte im Mittelstand scheitern selten an fehlender Methodik. Sie scheitern daran, dass die Projektleitung nebenbei gemacht wird, dass der Fachbereich keine Zeit bekommt, dass Entscheidungen vertagt werden und dass der Status so lange grün bleibt, bis er rot ist.
Gutes Projektmanagement in dieser Größenordnung ist unspektakulär: wenige Rollen, die tatsächlich besetzt sind, ein begrenzter Umfang, ein Termin, an dem entschieden wird, und die Bereitschaft, Probleme auszusprechen, solange sie noch klein sind.
Woran Sie es merken
- Die Projektleitung hat das Projekt zusätzlich zum Tagesgeschäft übernommen.
- Der Status ist seit Wochen gelb, ohne dass sich etwas ändert.
- Entscheidungen werden vertagt, weil die Person mit der Entscheidungsbefugnis nicht dabei ist.
- Der Umfang ist seit dem Start gewachsen, der Termin nicht.
Warum das passiert
Im Mittelstand gibt es selten Menschen, deren Aufgabe ausschließlich Projektarbeit ist. Projekte werden von Personen geführt, die gleichzeitig einen Bereich verantworten, und im Zweifel gewinnt das Tagesgeschäft, weil es lauter ist. Dazu kommt eine kulturelle Komponente: In vielen Unternehmen wird ein roter Status als persönliches Versagen gelesen statt als Information. Das führt dazu, dass Probleme erst gemeldet werden, wenn sie nicht mehr lösbar sind.
So gehen wir vor
- Rollen besetzen statt benennen. Wir klären vor dem Start, wer Auftraggeber ist, wer die Projektleitung übernimmt und mit wie viel Zeit, wer im Fachbereich fachlich entscheidet und wer die spätere Verantwortung für das Ergebnis trägt. Wenn eine dieser Rollen unbesetzt bleibt, starten wir nicht.
- Umfang begrenzen und Ziel schärfen. Wir schneiden das Vorhaben so, dass ein erstes nutzbares Ergebnis innerhalb weniger Monate steht. Alles, was nicht zwingend zum ersten Ergebnis gehört, wird sichtbar in eine zweite Stufe verschoben statt gestrichen.
- Ehrlich steuern. Wir arbeiten mit kurzen, festen Terminen, einem Statusbericht auf einer Seite, einer Liste offener Entscheidungen mit Fristen und einer Risikoliste, die tatsächlich gepflegt wird. Wichtiger als das Format ist, dass ein Problem im Bericht keine Konsequenz für die Person hat, die es meldet.
- Abschluss an Nutzung koppeln. Wir erklären ein Projekt für beendet, wenn der alte Weg abgeschaltet ist, die Nutzung gemessen wurde und der Betrieb einen Verantwortlichen hat. Vorher ist es kein Abschluss, sondern eine Übergabe an niemanden.
Was Sie davon haben
- Weniger Projekte, die formal fertig und faktisch ungenutzt sind.
- Frühzeitige Warnsignale, weil Probleme gemeldet werden dürfen.
- Ergebnisse in Stufen, sodass Nutzen entsteht, bevor alles fertig ist.
Aus unseren Projekten
Die verlässlichste Vorhersage für ein Projekt ist nicht der Plan, sondern die Zeit, die der Fachbereich tatsächlich bekommt. Wenn die Schlüsselperson im Fachbereich neben dem Tagesgeschäft eingeplant ist und ihre Vertretung nicht geregelt wurde, verschiebt sich der Termin, unabhängig von der Methode. Wir vereinbaren deshalb vor dem Start schriftlich, welche Personen mit wie viel Zeit zur Verfügung stehen und was in dieser Zeit im Tagesgeschäft liegen bleibt. Diese Vereinbarung ist unbequem und der wirksamste einzelne Faktor für die Termintreue.
Häufige Fragen
Brauchen wir eine Projektmanagement-Software?
Für ein bis drei parallele Vorhaben genügen eine gemeinsame Ablage, eine Aufgabenliste und ein Statusbericht. Ein Werkzeug lohnt sich, wenn mehrere Projekte um dieselben Personen konkurrieren und Sie Kapazität übergreifend sehen wollen. Ein Werkzeug ersetzt keine Steuerung, es macht fehlende Steuerung nur sichtbarer.
Wie gehen wir mit einem Projekt um, das erkennbar nicht funktioniert?
Früh und offen entscheiden, ob nachgesteuert oder beendet wird. Ein Projekt zu beenden ist teuer, ein Projekt bis zum bitteren Ende zu betreiben ist teurer. Hilfreich ist, den Abbruch schon zu Beginn als mögliche Entscheidung zu benennen und Kriterien dafür festzulegen. Dann ist er später kein Gesichtsverlust, sondern eine geplante Option.
Sprechen wir über IT-Projekte, die liefern
Im Erstgespräch klären wir in dreißig Minuten, wo bei Ihnen der größte Hebel liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.
Weiterführend
Zurück zum Feld Einführen und verändern