Sourcing-Kanäle und Talent-Pools
Von Redaktion techport.ai, HR-Beratung · Zuletzt aktualisiert am
Die meisten Unternehmen kennen die Kosten ihrer Stellenanzeigen, aber nicht deren Ertrag. Sie wissen, dass die Anzeige auf dem großen Portal 1.200 Euro gekostet hat. Sie wissen nicht, dass von den 60 Bewerbungen daraus keine einzige zum Vertrag geführt hat, während die drei Bewerbungen über Mitarbeiterempfehlung zu zwei Einstellungen wurden.
Sourcing heißt, Kanäle nach Ertrag zu steuern, nicht nach Gewohnheit. Und es heißt, Menschen nicht nur dann anzusprechen, wenn eine Stelle frei ist, sondern eine Beziehung zu halten, bis sie frei wird.
Woran Sie es merken
- Der Kanalmix ist seit Jahren derselbe, weil niemand weiß, welcher Kanal liefert.
- Abgelehnte Bewerberinnen und Bewerber aus der zweiten Runde, ehemalige Werkstudenten und Alumni verschwinden aus dem Blick.
- Das Empfehlungsprogramm existiert, aber die letzte Prämie wurde vor zwei Jahren ausgezahlt.
- Personaldienstleister werden ad hoc beauftragt, zu unterschiedlichen Konditionen, ohne Erfolgsmessung.
Warum das passiert
Kanalerfolg lässt sich nur messen, wenn die Quelle jeder Bewerbung erfasst und bis zur Einstellung mitgeführt wird. Das tun viele Systeme, aber niemand wertet es aus. Talent-Pools scheitern am Datenschutz, weil unklar ist, wie lange Daten gespeichert werden dürfen, und an der Pflege, weil niemand zuständig ist. Empfehlungsprogramme sterben, wenn sie nicht sichtbar sind.
So gehen wir vor
- Kanäle auswerten. Aus Ihrem Bewerbermanagementsystem ziehen wir je Kanal Bewerbungen, Interviews, Einstellungen, Kosten und Verbleib nach zwölf Monaten. Das Ergebnis überrascht fast immer.
- Kanalmix neu verteilen. Budget geht dorthin, wo Einstellungen entstehen. Für schwer besetzbare Profile definieren wir, ob Active Sourcing, Dienstleister oder Pool der richtige Weg ist.
- Talent-Pool aufbauen. Wir legen fest, wer in den Pool kommt, wie die Einwilligung eingeholt wird, wie lange Daten bleiben und wer alle sechs Monate Kontakt hält. Das läuft im Bewerbermanagementsystem, nicht in einer Excel-Liste.
- Empfehlungen und Dienstleister steuern. Das Empfehlungsprogramm bekommt einen digitalen Weg, sichtbare Prämien und eine Auswertung. Dienstleister bekommen Rahmenverträge, einheitliche Konditionen und eine Erfolgsmessung.
Was Sie davon haben
- Das Recruiting-Budget bringt mehr Einstellungen, ohne zu wachsen.
- Schwer besetzbare Stellen starten mit Kandidatinnen und Kandidaten im Pool statt bei null.
- Mitarbeitende werden zu Ihrem wirksamsten Kanal, weil Empfehlen einfach ist und belohnt wird.
Aus unseren Projekten
Die Kanalauswertung ist in unseren Projekten die Analyse mit dem größten Überraschungseffekt: Kanäle mit den meisten Bewerbungen sind selten die mit den meisten Einstellungen, und Mitarbeiterempfehlungen liegen beim Verbleib nach zwölf Monaten fast immer vorn. Talent-Pools scheitern in der Praxis nicht an der Technik, sondern daran, dass niemand den halbjährlichen Kontakt verantwortet. Deshalb gehört die Zuständigkeit in den Prozess, nicht in eine Absichtserklärung.
Gut zu wissen
Ein Talent-Pool braucht eine eigene Rechtsgrundlage. Die Speicherung von Bewerberdaten über das Verfahren hinaus ist nur mit ausdrücklicher Einwilligung zulässig, die jederzeit widerrufbar ist und dokumentiert werden muss. Wir empfehlen eine Speicherdauer von zwölf bis 24 Monaten mit automatischer Erinnerung zur Verlängerung. Details stehen auf unserer Seite zu Bewerberdaten und DSGVO.
Häufige Fragen
Wie groß muss ein Talent-Pool sein, damit er sich lohnt?
Schon 50 gepflegte Kontakte in einem Engpassprofil machen einen Unterschied, wenn sie zweimal im Jahr angesprochen werden. Größe ist weniger wichtig als Aktualität.
Sollen wir Active Sourcing selbst machen oder einkaufen?
Für drei bis fünf Engpassprofile lohnt sich eigene Kompetenz. Für seltene Besetzungen auf Führungsebene sind spezialisierte Dienstleister meist günstiger als der Aufbau eigener Kapazität.
Sprechen wir über Sourcing-Kanäle und Talent-Pools
Im Erstgespräch klären wir in dreißig Minuten, wo bei Ihnen der größte Hebel liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.
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