Den Wertbeitrag von HR belegen
Von Redaktion techport.ai, HR-Beratung · Zuletzt aktualisiert am
Wenn der Vertrieb mehr Budget will, zeigt er Pipeline und Abschlussquote. Wenn die Produktion investieren will, zeigt sie Ausschuss und Durchlaufzeit. Wenn HR eine Stelle oder ein System will, zeigt es meistens Aufwand. Das ist der Grund, warum HR Budgetdiskussionen verliert, nicht mangelnde Wertschätzung.
Der Wertbeitrag von HR lässt sich messen, aber nicht mit vierzig Kennzahlen in einem Quartalsbericht, den niemand liest. Er lässt sich messen mit fünf bis acht Größen, die direkt an Geschäftsziele anschließen, sauber definiert sind und über die Zeit verglichen werden.
Woran Sie es merken
- Der HR-Bericht enthält Zahlen zur Belegschaft, aber keine Aussage zur Wirkung von HR.
- Fluktuation, Time-to-Hire und Krankenquote werden in jedem Bereich anders berechnet.
- Die Geschäftsführung fragt nach den Kosten der Personalabteilung, nie nach deren Nutzen.
- Investitionen in HR-Systeme werden mit Zeitersparnis begründet, die nachher niemand nachweist.
Warum das passiert
Drei Ursachen. Erstens fehlen definierte Kennzahlen: Ohne einheitliche Formeln ist jeder Vergleich angreifbar. Zweitens fehlen die Daten: Was in fünf Systemen liegt, lässt sich nicht zuverlässig verknüpfen. Drittens fehlt der Bezug zur Strategie: HR misst, was es leicht messen kann, nicht das, was das Geschäft bewegt.
So gehen wir vor
- Geschäftsziele übersetzen. Aus der Unternehmensstrategie leiten wir ab, welche Personalfragen darüber entscheiden, ob sie gelingt: Besetzungsgeschwindigkeit in Wachstumsbereichen, Bindung kritischer Rollen, Qualifizierungstempo bei neuer Technologie.
- Kennzahlen definieren. Für jede Frage legen wir eine Kennzahl mit Formel, Datenquelle, Zielwert und Verantwortlichem fest. Unser Kennzahlenkatalog liefert die Vorlagen.
- Daten verbinden. Wir richten die Datenflüsse aus HR-System, Zeitwirtschaft und Recruiting so ein, dass die Kennzahlen automatisch entstehen. Handarbeit ist der Tod jeder Scorecard.
- Berichten und entscheiden. Die Scorecard wird Teil der Geschäftsführungsrunde, mit einer Seite und einer klaren Aussage je Kennzahl: im Ziel, außerhalb, Maßnahme.
Was Sie davon haben
- HR führt Budgetgespräche mit denselben Mitteln wie Vertrieb und Produktion.
- Führungskräfte sehen die Personalwirkung ihrer Entscheidungen in Zahlen, die sie nicht anzweifeln.
- Systeminvestitionen lassen sich vorher begründen und nachher belegen.
Aus unseren Projekten
In Scorecard-Projekten sehen wir, dass nicht die Auswahl der Kennzahlen die Zeit kostet, sondern die Einigung auf Definitionen. Fluktuation, Krankenquote und Besetzungsdauer werden in fast jedem Unternehmen in mehreren Varianten gerechnet. Sobald eine Definition gilt und automatisch aus dem System kommt, ändert sich die Budgetdiskussion, weil niemand mehr die Zahl anzweifelt, sondern über ihre Bedeutung spricht.
Häufige Fragen
Welche Kennzahlen sind die wichtigsten?
Das hängt von der Strategie ab. Fast immer dabei sind Besetzungsdauer kritischer Rollen, Frühfluktuation im ersten Jahr, Fluktuation in Schlüsselfunktionen, Anteil intern besetzter Führungspositionen und Personalkosten im Verhältnis zur Wertschöpfung. Unsere Kennzahlenseite enthält die Definitionen.
Brauchen wir dafür ein Business-Intelligence-Werkzeug?
Nicht zwingend. Viele HR-Systeme liefern die nötigen Auswertungen, wenn die Daten sauber sind. Ein BI-Werkzeug lohnt sich, wenn Daten aus mehreren Systemen verbunden werden müssen oder Fachbereiche selbst auswerten sollen.
Sprechen wir über Den Wertbeitrag von HR belegen
Im Erstgespräch klären wir in dreißig Minuten, wo bei Ihnen der größte Hebel liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.
Weiterführend
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