IT-Infrastruktur planen
Von Redaktion techport.ai, IT-Beratung · Zuletzt aktualisiert am
Infrastruktur fällt erst auf, wenn sie fehlt. Sie ist das Netz, über das die Produktion meldet, der Server, auf dem das ERP läuft, die Verbindung zum zweiten Standort und die Stromversorgung im Technikraum. Solange alles läuft, gibt es keinen Grund, darüber zu sprechen, und genau deshalb wird sie meist erst dann erneuert, wenn sie ausfällt oder wenn ein Projekt an ihre Grenzen stößt.
Infrastrukturplanung im Mittelstand bedeutet nicht, das Modernste zu kaufen. Sie bedeutet zu wissen, was wann ersetzt werden muss, wo die Grenzen liegen und was passiert, wenn ein Teil ausfällt.
Woran Sie es merken
- Geräte laufen deutlich länger als vorgesehen, weil kein Ersatz eingeplant wurde.
- Bei Lastspitzen wird das System langsam, und niemand kann sagen, an welcher Stelle es klemmt.
- Der Technikraum ist über Jahre gewachsen, Verkabelung und Beschriftung sind nicht mehr aktuell.
- Es gibt keine Übersicht, welche Anwendung auf welcher Maschine läuft und was davon abhängt.
Warum das passiert
Infrastruktur wird projektweise beschafft. Ein Vorhaben braucht einen Server, ein anderes mehr Speicher, ein drittes eine schnellere Verbindung. Jede Beschaffung löst ihr Problem, aber niemand führt die Teile zu einem Gesamtbild zusammen, und niemand plant den Ersatz, weil die Anschaffung im Projektbudget lag und der Ersatz in keinem. Nach fünf bis sieben Jahren stehen dann mehrere Ersatzbeschaffungen gleichzeitig an, meist ungeplant.
So gehen wir vor
- Bestand und Lebenszyklus erfassen. Wir nehmen auf, welche Komponenten vorhanden sind, wie alt sie sind, wie lange sie noch unterstützt werden und welche Anwendungen darauf laufen. Daraus entsteht ein Ersatzplan über mehrere Jahre, der in die Budgetplanung eingeht.
- Abhängigkeiten sichtbar machen. Wir dokumentieren, welche Anwendung von welcher Komponente abhängt, einschließlich Netz, Verzeichnisdienst, Namensauflösung und Stromversorgung. Diese Kette ist im Störungsfall die wichtigste Information und im Alltag die unbekannteste.
- Kapazität an der richtigen Stelle prüfen. Wir messen dort, wo Engpässe entstehen, statt überall: Speicher, Datenrate, Antwortzeiten der zentralen Systeme und die Verbindungen zwischen Standorten. Auf dieser Grundlage lässt sich Wachstum planen statt nachträglich reagieren.
- Betrieb absichern. Wir legen Wartungsfenster fest, sorgen für Ersatzteile oder Verträge mit Reaktionszeiten bei kritischen Komponenten und prüfen, wie lange ein Ausfall je Komponente dauern würde. Diese Zahl gehört in die Notfallplanung.
Was Sie davon haben
- Ersatzbeschaffungen, die geplant im Budget stehen statt als Überraschung.
- Störungen, die schneller eingegrenzt werden, weil Abhängigkeiten dokumentiert sind.
- Eine belastbare Grundlage für die Entscheidung, was im Haus bleibt und was extern betrieben wird.
Aus unseren Projekten
Die am häufigsten unterschätzte Abhängigkeit ist der Verzeichnisdienst. Wenn er nicht verfügbar ist, funktioniert praktisch nichts mehr, auch nicht die Systeme, die scheinbar nichts damit zu tun haben. In vielen Häusern läuft er auf einer Maschine, deren Ausfallszenario nie durchdacht wurde. Die zweithäufigste Überraschung ist die Stromversorgung: Unterbrechungsfreie Versorgungen sind vorhanden, ihre Batterien aber älter als vorgesehen und seit Jahren nicht getestet, was im Ernstfall bedeutet, dass die Absicherung nicht wirkt. Beides sind kleine Prüfungen mit großer Wirkung.
Häufige Fragen
Sollen wir eigene Server behalten oder alles auslagern?
Das entscheidet sich je System, nicht pauschal. Für Standardanwendungen ist ein externer Betrieb meist wirtschaftlicher. Für Systeme mit engen Anforderungen an Antwortzeiten, für Fertigungssteuerung oder für Fälle, in denen die Verbindung nach außen selbst ein Risiko ist, bleibt eigener Betrieb sinnvoll. Wichtig ist, dass die verbleibende Infrastruktur dann klein genug ist, um sie ordentlich zu betreiben.
Wie lange sollten Server und Netzwerkkomponenten laufen?
Als Orientierung fünf Jahre für Server, bis zu sieben für Netzwerkkomponenten, entscheidend ist aber die Herstellerunterstützung. Sobald es keine Sicherheitsaktualisierungen mehr gibt, ist das Alter unerheblich, dann ist die Komponente abzulösen. Deshalb gehört das Ende der Unterstützung in die Bestandsliste, nicht das Kaufdatum allein.
Sprechen wir über IT-Infrastruktur planen
Im Erstgespräch klären wir in dreißig Minuten, wo bei Ihnen der größte Hebel liegt und ob wir die Richtigen dafür sind.
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